Translations/Übersetzung und Übersetzungsservice

Luthers Vorgänger

Posted on: Oktober 20, 2008

Seit jeher bringt man mit der Übersetzung der Bibel vor allem ein Namen in Verbindung: Martin Luther. Dieser übertrug auf der Wartburg um 1520 zunächst in nur elf Wochen das Neue Testament ins Deutsche. Später ergänzte er das Alte Testament und galt daher als der Erste, der die Bibel dem einfachen Volk verständlich machte.

Allerdings hat offensichtlich bereits im Jahr 1320 – also 200 Jahre vor der Fassung Luthers – ein Österreicher die Bibel für den häuslichen Gebrauch übersetzt. Das ergab die Untersuchung von Handschriften an der Universität Augsburg. Der unbekannte Laie habe nicht nur große Teile der Bibel übersetzt, sondern diese auch glossiert und kommentiert. In eigenen Schriften verteidigt er seine Arbeit und greift neben Ketzer auch Juden scharf an.

Diese Übersetzung sei „eine, wenn nicht die zentrale Etappe der deutschen Bibel vor Luther“, so der Ordinarius für Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters Prof. Dr. Freimut Löser.

Offensichtlich hatte der namenlose Übersetzer einige namhafte Geldgeber, die seine Arbeit finanzierten und ihn schützten, denn es entsprach der damaligen Frömmigkeit, die Bibel nur in Teilen und nicht als Ganzes zu sehen und zu verbreiten.

Im kommenden Jahr möchten die Augsburger Germanisten ihre Untersuchungsergebnisse publizieren.

[Quelle: http://www.netzeitung.de ]

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3 Antworten to "Luthers Vorgänger"

Dass es vor Luther schon Übersetzungen (von Teilen) der Bibel ins Deutsche gab, ist nichts neues. Zweierlei unterscheidet Luthers Übersetzung von früheren Versuchen:
1. nahm er nicht die Vulgata zur Grundlage sondern den griechischen und hebräischen Urtext.
2. gelang es ihm, den biblischen Text in sinnvolles, verständliches Deutsch zu übertragen.
Es wäre interessant, inwiefern die erwähnte Übersetzung näher an Luther ist als die sonstigen vor-lutherischen Übersetzungen.

Vielen Dank für den Hinweis.

Ich denke, der Titel ist etwas irreführend und missverständlich gewählt worden.

Ich gebe jubilatewest vollkommen Recht.

Nicht umsonst war Luthers Motto: „dem Volk aufs Mauls geschaut.“ Er greift nämlich auf die damals in Sachsen-Anhalt gängige sächsischthüringische Kanzleisprache zurück.

Viele Grüße aus Bcn.

Katrin

http://www.kstraducciones.com

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